Kontrolle abgeben: warum Vertrauen nicht das Problem ist
Kontrolle abgeben fällt dir schwer, obwohl du vertraust? Dann geht es nicht um Vertrauen, sondern darum, ob du ein anderes Ergebnis aushältst.
5 Min. LesezeitBis mein Körper die Reißleine gezogen hat. Was danach kam, war eine Lernkurve. Daraus ist meine Arbeit entstanden.
Ich kenne die Vielfach-Belastung, mit der ich arbeite, aus eigener Erfahrung: Mutter, Partnerin, Haushalt, Job, Verantwortung: viele Rollen gleichzeitig. In jeder die Erwartung, verlässlich zu sein. Dazu aus dem Leistungssport den Druck, Ergebnisse zu liefern. Von außen sah das nach Erfolg aus. Innen war es ein Dauerlauf, bei dem ich das Tempo nicht mehr selbst bestimmt habe.
Der Wendepunkt kam nicht durch mehr Struktur, sondern durch eine unbequeme Erkenntnis: Es lag nicht am Denken allein. Denken und Nervensystem bedingen sich gegenseitig. Steht das System seit Jahren auf Alarm, denkt es mit. In diesem Zustand kostet jede Entscheidung mehr, als sie sollte.
Aus diesem Weg ist Neuro-Performance entstanden. Systemisch heißt bei mir nichts Kompliziertes: Es geht nie allein um ein Problem. Es geht um dein Verhältnis dazu und zu deiner Arbeit, deinen Kunden, deiner Familie, zu dir selbst. Dort entsteht Druck. Und dort findet sich ein anderer Umgang damit.
Wir schauen gemeinsam auf deine konkrete Situation und darauf, was dich gerade beansprucht. Und auf Wege, wie du wieder Zugang zu deinen Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten findest. Bei manchen Menschen führt der Weg über den Körper. Er meldet sich zuerst, weil wir gelernt haben, ihn zu überhören. Bei anderen ist er gerade nicht erreichbar. Dann gehen wir über das, was du fühlst, oder über das, was du denkst. Welcher Zugang trägt, zeigt sich in der Situation, nicht vorher im Konzept.
Heute ist der Druck nicht verschwunden. Ich habe zwei Kinder, bin selbständig. Es gibt immer noch Tage, die zu voll sind. Was sich geändert hat? Ich merke früher, wann es kippt und weiß, was mir dann hilft. Nicht Disziplin. Sondern ein anderer Umgang mit dem, was gerade ist: was ich verändern kann und was nicht. Das ist es, was ich weitergebe.
Zur Klarheit gehört auch die Grenze: Ich diagnostiziere nicht und behandle nicht. Coaching und psychologische Beratung ersetzen keine Psychotherapie.
Ein erschöpftes System kann keine guten Pläne machen. Deshalb beginnt jede Veränderung beim Zustand, nicht beim Ziel.
Drei Veränderungen, die du durchhältst, schlagen zwanzig, die du nach vier Wochen aufgibst. Deshalb fragen wir zuerst, was wirklich anders laufen soll. Den Rest lassen wir weg.
Wenn ich nicht die Richtige bin, sage ich das im Kennenlerngespräch. Ein Coaching, das nicht passt, kostet dich mehr als Geld.
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